Kruppsche Nachtscheinanlage
Kruppsche Nachtscheinanlage

Der ehemalige Leitstand als Baudenkmal

In Deutschland gab es mindestens um 300 Scheinanlagen, die jedoch im wahrsten Sinne des Wortes alle restlos im Dunkel der Geschichte verschwunden sind – fast nichts hat sich davon erhalten, was sicherlich auch daran liegt, dass die Thematik damals „geheim“ war.

 

Zu jeder der Anlagen gehörte ein Leitstand / Leitbunker, auch diese sind aber so gut wie restlos beseitigt worden. Der ehemalige Leitbunker der Kruppschen Nachtscheinanlage aber entging nur durch Zufall der für ehemalige Militäranlagen obligatorischen Sprengung durch die Besatzungstruppen, dieses, weil der damalige Eigentümer des Grundstückes, ein Landwirt auf dem Rottberg, den britischen Besatzungstruppen verdeutlichen konnte, dass er diesen unabdinglich für landwirtschaftliche Zwecke nutzen müsse – was genehmigt wurde. So ist die Anlage über die Jahrzehnte unbeschädigt erhalten geblieben.

 

Diese Bunkeranlage ist in Deutschland damit einer der ganz wenigen Überreste einer solchen Scheinanlage überhaupt, weshalb sie historisch quasi einzigartig ist und zwischenzeitlich unter Denkmalschutz gestellt wurde – der Leitbunker ist eingetragenes Denkmal der Stadt Velbert. Die diesbezüglichen Bemühungen hatte die Arbeitsgruppe Niederberg der ehrenamtlichen Mitarbeiter des LVR – Amt für Bodendenkmalpflege im Rheinland, gemeinsam mit dem Eigentümer der Anlage vorangetrieben.

 

Die entscheidungstragenden behördlichen Mitarbeiter des Amtes für Bodendenkmalpflege hatten nicht den geringsten Zweifel daran, dass diese Anlage wegen ihrer im historischen Kontext gegebenen Einzigartigkeit und ihres guten Zustandes unter Denkmalschutz gestellt werden muss. Da es sich eher um ein oberirdisches Bauwerk handelt als um ein Bodendenkmal, gaben sie nach Erstbesichtigung den Denkmalschutzantrag an ihre Kollegen vom Amt für Denkmalpflege weiter. Freundlich unterstützt wurde dieses vorhaben durch den heutigen Eigentümer. So ist die Bunkeranlage nun eingetragenes Baudenkmal der Stadt Velbert.  

 

Am "Tag des offenen Denkmals“ 2013 (13.09.2013) wurde die Anlage erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und vorgestellt, wobei der heutige Eigentümer erneut große und freundliche Unterstützung leistete. Das Thema „Leitbunker der Scheinanlage“ wurde in der Öffentlichkeit mit unerwartet hohem Interesse aufgenommen, obwohl es bis nachmittags in Strömen regnete, fanden schließlich um 1.200 Besucher den Weg auf den Rottberg.

 

Am "Tag des offenen Denkmals" 2014 (14.09.2014) wurde die Anlage erneut für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Exakt 1.229 Besucher konnten an diesem Tag gezählt werden.

 

Wieder für die Öffentlichkeit geöffnet war die Anlage am "Tag des offenen Denkmals" 2016 (11.09.2016). Mehr als 700 Besucher fanden ihren Weg auf den Rottberg, um den Vorträgen der ehrenamtlichen Mitarbeiter zu folgen.

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